afraid

Es tut so sehr weh, dass ich vor Schmerzen schreien möchte. Mir ist übel vor Schmerz, vor Enttäuschung. Ich habe so eine Angst, Angst vor morgen, Angst vor übermorgen, Angst vor nächster Woche. Gestern Abend war ein heftiger Abend, er hat meine ganzen Gefühle durchgewühlt und vermischt. Deine tröstende Stimme, als ich weinen musste. Als ich das Gefühl hatte, die Welt würde unter meinen Füßen zusammenbrechen. Zugegeben, dieses Gefühl habe ich immer noch, aber in diesem Moment war es okay, weil ich nur deiner Stimme zuhören konnte. Alles war so glücklich, aber gleichzeitig so traurig. Du meintest, du würdest mich lieben und wären nicht so viele Leute da gewesen hättest du mich geküsst. Ich weiß nicht was das alles heißen soll, denn heute bist du schon wieder ganz anders. War es nur der Alkohol? Wisst ihr genau deswegen habe ich Angst. Alles kommt immer ganz anders. Gerade denkst du, du hättest eine sichere Stütze aufgebaut, bricht sie am nächsten Tag wieder zusammen. Man kann sich auf nichts mehr verlassen , jeden Tag musst du fürchten dein Leben bricht zusammen wie ein Kartenhaus. Wie oft hab ich es immer wieder aufgebaut, versucht mir die Angst auszureden. Doch es passiert immer und immer wieder, mal öfter mal weniger. Ich weiß nicht wie ich die Angst kontrollieren kann, wie ich sie abstellen kann. Und irgendwann wird die vielleicht alles übernehmen und ich werde jede Nacht mit der Angst einschlafen, dass ich am nächsten Tag Angst haben werde und keine Kraft haben werde. Und genau dieser Gedanke macht mir wieder Angst. Wie komme ich hier nur raus?
Ich habe so eine Angst.

in between

Einer der schlimmsten Momente ist es, wenn du direkt neben einem stehst, ihm ganz nah bist, ihn riechen kannst und seinen Atem hören kannst, ihr aber doch so unendlich weit weg seid. Ich möchte am liebsten meine Hand auf deine legen, nur um deine Wärme und vorallem dich zu spüren. Ich merke, wie du mich anguckst, aber ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Wie ich das alles auffassen soll, was das alles zu bedeuten hat. Wir sind so nah, und doch so weit entfernt. Meine Hände zittern und mein Herz rast, dabei weiß ich nicht mal, ob ich überhaupt Gefühle für dich habe. Es ist so verkrampft, ganz anders als das letzte Mal. Es liegt an den Worten, an den Worten die du schreibst, sie aber nicht aussprichst. An den Worten, die im Internet sind und auch da bleiben sollen. Diese Worte schaffen die tiefe Spalte die zwischen uns liegt und wir stehen auf den beiden Seiten. Freundschaft und Liebe. Wenn ich nur einmal wüsste, was wir sind, was du fühlst, was ich fühle, was wir beide erwarten. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann versuchen soll diese Spalte, diese unendliche Weite zu füllen und einfach deine Hand oder dich sogar küssen soll. Am liebsten würde ich dich fragen: "Was fühlst du wirklich für mich?" Wir wissen nichts, wir laufen einfach rein ins Verderben. Ich sitze neben dir, Arm an Arm, schweigend, und ich verspühre so einen unverschämt starken Drang meine Sehnsucht zu erfüllen. Dein Körper an meinem löst Gänsehaut aus, was ist das alles? Wenn ich nur einmal in deinen Kopf gucken könnte, nur einmal sehen, was du über diese Spalte denkst. Doch solange keiner irgendetwas tut, werden wir immer auf diesen unterschiedlichen zwei Seiten sehen, sehnsüchtig über die Spalte blickend, aber sie nicht versuchen zu überqueren, in voller Angst reinzufallen.
Entweder ist mein Kopf ganz voll oder er ist ganz leer. Zur Zeit ist er ganz leer. Die Hand ist zu oft an der Herdplatte gewesen, wenn sie jetzt drankommt, spürt sie den Schmerz nicht mehr. So ähnlich geht es mir. Ich weiß nicht was es ist, ich weiß nicht wer ich bin oder was ich zu tun habe. Ich suche tatsächlich den Schmerz, er füllt meinen Kopf mit Gedanken, er bringt mich zum Weinen. Ich fühle etwas und das ist besser, als nichts zu fühlen.

save me

Heute in Deutsch haben wir die Leiden des jungen Werthers besprochen, eine Geschichte, wo sich ein Mann namens Werther unglücklich in eine gewisse Lotte verliebt ist, die allerdings schon verlobt ist. Werther ist unheimlich emotional - entweder er ist tieftraurig oder überglücklich. Er braucht irgendeine Quelle um seine Sehnsüchte auszudrücken oder auszuleben. Also verliebt er sich in Lotte - oder er erschafft eine Illusion, dass er in Lotte verliebt ist. Denn Lotte ist unerreichbar, Werther kann hier unglaublich gut seine Sehnsüchte ausleben. Man kann also sagen, dass Werther sich nach dem Leiden sehnt. In Wirklichkeit liebt Werther Lotte vielleicht gar nicht, aber wie schon erwähnt, Werther sehnt sich so sehr nach Gefühlen, dass er unbedingt eine Quelle sucht, die ihn Leiden lässt. Das alles geschieht natürlich unbewusst.
In diesem Moment ist mir eine Parallele aufgefallen und ich habe auch schon öfter darüber nachgedacht. Ich sehne mich nach dem Leid. Es ist so als würde ich den Schmerz suchen, als ob ich traurig sein wollen würde. Als ob die Traurigkeit meine Art von Erfüllung sein würde. Auch ich brauche irgendeine Quelle, die mich leiden lässt. Denn was bitte liebe ich an ihm? So oft wurde ich das schon gefragt und ich konnte nie eine anständige Lösung finden. Es ist so unheimlich krank, im Selbstmitleid zu versinken und (vielleicht unterbewusst) ins Verderben zu laufen. Als sei die Traurigkeit ein Magnet und ich das passende Metall. Was stimmt nicht mit mir? Nun habe ich die Analyse vielleicht gestellt, aber wie bitte kann ich das verhindern? Wie kann ich meinem Kopf klarmachen, dass meine Gefühle für ihn nur das Verlangen sind, traurig zu sein? Es wird immer und immer so weiter gehen. Bitte sagt mir was ich tun soll, ich bin gefangen in meinem eigenen Körper. Irgendjemand muss mich vor mir selber retten.




philipp poisel

Es ist dunkel im Saal, nur die Bühne ist erleuchtet. Der zweistimmige Gesang dringt tief auf mich ein, die Baletttänzer im Vordergrund geben dem Ganzen etwas zerbrechliches. Philipp Poisel hat die gefühlvollste Stimme, die ich je in meinem ganzen Leben gehört habe. Ich wette ihr kennt dieses Gefühl, wenn es nur noch euch und die Musik zu geben scheint. Wenn die Musik euch so unendlich berührt, dass ihr am liebsten in Tränen ausbrechen würdet und euch hin und her winden wollt, weil euch die Musik so auf euch eindringt, mit all ihrer Wucht und ihren Gefühlen. "Wie soll ein Mensch das ertragen, dich alle Tage zu sehn? Ohne es einmal zu wagen, dir in die Augen zu sehn." Ich sehe verschwommen, fühle meine Tränen in den Augen - sehe, dass es meiner Schwester genauso geht.
Ich habe noch nie was derartig berührendes gesehen und ich schwöre euch, solltet ihr jemals die Chance haben auf ein Philipp Poisel Konzert zu gehen; nutzt sie! Er wird Punkte in euch berühren, die niemand anderes berühren kann.

Es war so unheimlich wunderbar außerordentlich atemberaubend schön.

its too dark to see


Ich war glücklich vorgestern. Ihr habt gelacht und ich habe mit euch gelacht, ihr habt mich angelächelt, ich konnte mit euch reden und ihr habt mir die Wahrheit gezeigt. Die Wahrheit, wie ich wirklich zu dir stehe und glaub mir, ich bin dir total verfallen. Ihr habt mir zugehört, mich in den Arm genommen. Ich habe die Welt um mich rum vergessen und spürte, wie meine Augen mitlachen, wenn mein Mund sich nach oben zog. Dieser Tag hat mir wieder Lust aufs Leben gemacht, er hat die ganzen negativen Gedanken aus der letzten Zeit verdrängt. Doch nun sitze ich hier, alleine, im Dunkeln und alles fühlt sich noch viel intensiver an als sonst. Ich merke, dass ich euch nicht die Wahrheit gesagt habe, sondern mich selber verraten habe. Denn in dem Moment, als ich die Worte 'Ja ich liebe ihn' gesagt habe, habe ich es gesehen. Dass ich mich in dir verloren habe, dass ich nicht mehr umkehren kann. Nun kann ich die Schmerzen nicht mehr verstecken, sie werden mich überrollen vor lauter Hoffnungslosigkeit. Du wirst mich nie mehr lieben und nein, nun lächel ich nicht mehr wenn ich an dich denke. Ich fühle wie mein Herz sich bei jedem Schlag zusammenzieht und droht meinem Körper zum Stillstand zu bewegen. All diese Momente sind zur Vergangenheit geworden, im Nachhinein sieht alles ganz hell erleuchtet und fröhlich aus, doch die Zukunft liegt vor mir und ich sehe nichts als Dunkelheit.

morgen fängt schule wieder an und ich abe eine scheiß angst