Naive

Ich gewöhne mich viel zu schnell an Menschen. Ich schließe sie viel zu schnell in mein naives Herz und erwarte in irgendeiner Weise, dass sie dasselbe tun. Was dumm ist, so unglaublich dumm, und doch geschieht es mir jedes Mal. Manchmal frage ich mich, ob ich mir das alles mit Absicht antue. Ob ich gerne leide, ob es mir Spaß macht, mich so durch den Alltag zu quälen. Frage mich, ob mir der Schmerz lieber ist als die Leere, die mich sonst füllt. Denn noch nie ist es vorgekommen, dass mich jemand mit der selben Art und Weise in mein Herz geschlossen habe wie ich sie. Ich bin gutgläubig. Im besten Fall naiv. Ich glaube die Dinge, die man mir sagt. Und ich verstehe nicht, wie man mir die schönsten Sachen erzählen kann, die mich lachen und mein Herz höher schlagen lassen und sich dann zu mir umdrehen kann, dass ich nichts mehr sehe, außer eine schwarze Wand und vielleicht ganz schwach den dunklen Schatten dessen, was mal gewesen ist. Und ich weiß nicht aus welchem kindlichen Topf ich jedes Mal diese Hoffnung schöpfe, wo es doch immer wieder das Gleiche ist, was mich schmerzlich hinfallen lässt.
Wieso, frage ich mich jetzt, hätte es bei dir anders sein sollen.

i don't know where i am going

Ich bin traurig und doch bin ich es nicht.
Ich bin stolz und doch bin ich es nicht.
Ich bin verliebt und doch bin ich es nicht.
Ich weiß nicht was ich tue, weiß nicht wo hin mit mir, weiß nicht wo ich stehe, weiß nicht wo du stehst. Alles was ich weiß ist, dass ich umher wandere, meine Blicke rasen unruhig von links nach rechts, renne mal und schleiche mal vorwärts und doch frage ich mich, warum ich am Ende immer wieder an der selben Stelle rauskomme, als würden mich meine Beine nicht nach vorne sondern nach hinten tragen.
i'm scared of what's behind and what's before
Einfach losfahren. Den Fahrtwind in unseren Haaren spüren. Den Kofferraum so vollpacken, dass man meinen könnte, das Auto sei nun so schwer, dass es nicht mehr fahren könne. Unsere Lieblingsmusik ganz laut hören und mitsingen, egal ob wir die Töne treffen oder nicht. Losfahren ohne zu wissen, wo man ankommt. Das würde ich jetzt so gerne tun. Vor den Zwängen flüchten, die uns so einengen, dass es schwer wird zu atmen. Flüchten vor denen, die uns wehtun und dabei grausam lachen. Flüchten vor der Gräue unserer Stadt und ja vielleicht auch flüchten vor uns selber. An einen Ort, wo mein Herz höher schlägt und die Schönheit so atemberaubend ist, dass mein Hezr wehtut. Wo wir alles Schlechte vergessen und wir wir selber sind, frei von kritischen Blicken und Kommentaren. Irgendwann wird es so weit sein. Irgendwann werden wir diesen Ort finden und das wird der Tag sein, an dem ich endlich deine Hand in der Meinen haben werde.
Wie er seinen Arm um mich legt und mich dann zu sich ranzieht.
Wie er mich zum Lachen bringt und seine Augen mich anstrahlen.
Wie er meine Wange zärtlich berührt und mich dann umarmt.
Und wie er mich dann fallen lässt, wie die Bäume im Herbst ihre Blätter.

i thought you were gonna be the one who saves me

Ich weiß nicht, ob es die Angst vor dem Neuen ist, die mich in diesen Zustand versetzt. Vielleicht ist es auch die Jahreszeit, vielleicht auch die Tatsache, dass mich ständig Menschen zu sich heran ziehen, nur um mich dann wieder wegzustoßen. Es geht mir nicht gut, doch wenn man mich fragt, warum denn eigentlich, kann ich keine Antwort darauf geben. Ich würde mich so gerne jemandem anvertrauen, doch ich weiß nicht wem, befürchte Andere mit meinen schwarzen Gedanken zu vertreiben. Ich habe es so oft versucht, so oft kam ein Nicken zurück, doch jedesmal sah ich in den Augen, dass ich nicht verstanden werde. Und ich kann es nachvollziehen, ich verstehe mich ja selber nicht. Wenn ich wenigstens weinen könnte, aber nicht einmal das kann ich. Ich weiß nicht, was ich fühle, was ich bin- ich fühle mich so verloren.