Siehst mich an, doch siehst du mich nicht. Du bist wie der Wind, mal kommst du, mal gehst du. Mal bist du stärker da, mal weniger und all das passiert ganz unerwartet, so schnell wie du da bist, so schnell bist du auch wieder weg. Die Landschaft wird goldgemalt vom sanften Abendlicht, leises Vogelgezwitscher durchdringt meinen Gedanken, der davon handelt, wie schön du in diesem Licht aussiehst. Meine Beine wollen mich wegtragen, zu dir, in deine Arme, doch als ich einen Schritt mache, ist da schon ein anderes Mädchen. Damals war alles so einfach. Damals warst du der Grund, warum ich glücklich war. Jetzt als du dieses Mädchen küsst wird mir erneut bewusst, dass du nun der Grund bist, warum ich unglücklich bin. Weißt du, als wär ich der Baum, der sich sanft im Wind wiegt, sich mit ihm im Takt bewegt, dessen Äste sich umschmeichelt fühlen, doch der auch zugleich vom Wind zerstört werden kann, wenn er zu stark wird, so das Blätter abfallen und Äste abbrechen. Das sanfte Abendlicht wird zu tiefschwarz, Gänsehaut durchfährt meinen Körper. Siehst mich an, doch siehst du mich nicht. Ich bin mit der Sonne untergegangen, versenkt im schwarzen Schatten. "Komm mit mir.", scheine ich zu sagen, als sei ich die, die dich verlässt, als habe ich vergessen, dass du derjenige bist, der diesen schwarzen Mantel um mich legt und mir dabei ganz leise mein Herz stiehlt.
Damals war alles so einfach.

Kommentare:

N.† hat gesagt…

was für ein wunderschöner geschriebener text.
er berührt mein herz.

ben hat gesagt…

Danke ((: