Ich spüre, wie meine Füße nass werden, als ich durch den Schnee gehe. Verzweifelt versuche ich meine Kopfhörer zu entkabeln, scheitere aber und stecke sie irgendwie in meine Ohren. Inzwischen ist so viel Schnee in meinen Schuhen, dass ich das Wasser an meinen Seiten herauslaufen sehen kann. Es ist dunkel, selbst auf den Straßen fährt kein einziges Auto. Die einzige Beleuchtung sind die Straßenlaternen, die ihr sanftes Licht auf den weißen Schnee werfen. Es sieht so schön aus, dass ich einen Moment stehen bleibe. Jemand grüßt mich, aber das merke ich erst, als dieser jemand schon an mir vorbei ist und ich nur noch seinen Rücken betrachten kann. Es scheint mir, als würde die Welt weiterziehen, während ich das einzige Lebewesen im Stillstand bin. Ich schaue apathisch auf die leere Straße, bis meine Füße anfangen zu schmerzen. Ich laufe sehr langsam, gehe Umwege und biege in falsche Straßen ein. Irgendwas in meinem Körper wehrt sich gegen den Gedanken, nach Hause zu gehen. Ich liebe meine Eltern, aber ich möchte gerade alleine sein. Möchte loswandern ohne bestimmtes Ziel, und irgendwann ankommen. Irgendwo, wo mein Herz vor Freude kurz aussetzt und wo ich spüre, ich bin angekommen. Ich fühle mich hier eingequetscht, leer. Ich laufe einen Berg hoch, den ich normal nie hochlaufe, wenn ich nach Hause laufe. Warme Tränen laufen über meine kalten Wangen. Ich lasse sie laufen, ich habe lang nicht mehr geweint. Ich bleibe wieder stehe. Laufe weiter. Bleibe stehen, laufe weiter. Und dann irgendwann stehe ich vor meinem Haus, wische mir die Tränen weg und will einfach nur weg. Ganz weit weg.

 
vielen lieben dank für den blogaward übrigens, ich werde demnächst darauf eingehen ♥

Kommentare:

Jasna hat gesagt…

meine wunderbare. ich weiß was du meinst, ganz genau. und glaube mir, irgendwann sind wir weg. ganz weit weg, dort wo man sterne anfassen kann und dort wo ein lächeln was wert ist ! <3

Anna hat gesagt…

Da wartet ein Blogaward auf dich :)