Wir sitzen in Mathe und ich versuche mich gerade an irgendeiner Gleichung. Sie sitzt neben mir und ich sehe aus dem Augenwinkel, wie sie sich zu mir rüber lehnt. Ich gucke sie an und sie fasst den Zipfel von meinem Kleid an und will ihn hochziehen. Meine Hand saust runter und schlägt leicht auf ihre, einfach aus Reflex. Sie schaut mich erschrocken und mit großen Augen an. "Hast du keine Hose drunter?" "Doch..", antworte ich. Nur eine, die viel zu kurz ist. "Warum hast du das dann eben gemacht?" Ich lache. "Weiß auch nicht." Für mich ist die Sache damit gegessen, doch abends kommt eine SMS von ihr. "Du tust dir doch nicht weh wegen ihm,oder?" Für einen kurzen Moment weiß ich nicht, was ich tun soll. Sowas hat mich noch nie jemals jemand gefragt und vor meinen Freundinnen habe ich diese Grenze in meinem ganzen Leben noch nie beschritten. Einen ganz kurzen Augenblick überlege ich, dir die Wahrheit zu sagen. Doch ich habe Angst, Angst dass ich es dir sagen werde und du es nicht verstehen würdest, ich daliegen würde wie ein offnenes Buch, jedoch jede Zeile unverstanden. Ich habe mal gelesen wenn Leute erstmal merken wie schwach man ist, werden sie ganz schnell Überhand über einen gewinnen. Dieser kurze Moment bringt mich ins Stolpern, da ich so etwas noch nie erlebt habe. Ich weiß nicht was richtig ist, und was falsch. "Nein, natürlich nicht.."

what if i told you?

take me away

Enttäuschung ist so wahnsinnig schmerzhaft.
Ich dachte vielleicht könnte ich mich dir öffnen. Ich wusste unser Start war nicht der Beste, aber ich dachte, dass hätte sich jetzt alles geändert. Unsere stundenlangen Gespräche, bei denen wir uns beide durch Zufall gestanden haben, dass wir rauchen. Dass wir diese speziellen Brownies gebacken haben, von denen wir so still aber unglaublich glücklich wurden. Wir haben immer mehr gemerkt, dass uns so vieles verbindet und das hat uns noch näher zusammengeführt. Du hast mir jeden Tag geschrieben, gesagt wir sehr du mich liebst und das du so unendlich glücklich bist, dass ich deine beste Freundin bin. Nach einer Zeit waren wir beide besser befreundet als wir vier zusammen. Und weißt du, es war okay. Es war okay, dass ich mich von den anderen mehr entfernt habe. Es war fast schon egal, dass sich eine zu dem Jungen gewendet hat, der mich so sehr verletzt hat. Denn ich hatte dich. Weinend habe ich vor dir versucht meine Verzweiflung auszudrücken und du hast mir so viel zurück gegeben wie sonst niemand. Ich lag in deinen Armen und der Schmerz in meiner Brust wurde weniger. Wenn du nicht da gewesen wärst, wer weiß, vielleicht wär ich es jetzt auch nicht. Es hört nicht auf wehzutun, aber durch dich tat es weniger weh. Ich dachte irgendwann könnte ich dir die gesamte Wahrheit über mich erzählen.
Die Wahrheit erfahre ich komischerweise immer über Zettel, ihr solltet vielleicht besser aufpassen wo und wie ihr sie lagert. Als ich die Worte gelesen habe, stehlen sich Tränen in meine Augen und ich spüre den Schmerz in mir aufsteigen, dicht verfolgt von purer Enttäuschung und Einsamkeit.
„Ich hab sie gefragt, aber eigentlich will ich sie gar nicht dabei haben. Ich hab so gar keine Lust auf sie. Ich liebe dich beste Freundin.“

Ich habe keine Lust mehr zu kämpfen. Ich habe keine Lust mehr verlassen zu werden, ich habe keine Lust mehr zu sehen wie ich Menschen einfach so verliere und es sie noch nicht einmal kümmert. Jede Nacht ist ein Kampf, bis der Schlaf ihn beendet. Jeder Gedanke ist bei dir, jede Träne wegen euch. Ich habe verdammt nochmal keine Lust und keine Kraft mehr.

Hier und Hier probiere ich gerade mein Glück, schaut doch mal vorbei!
 
Ich ziehe an meiner Kippe und beobachte den Rauch, der aus meinem Mund kommt. Ich schaue sie nicht an. "Weißt du, es tut jetzt viel mehr weh als es vorher getan hat." Ich spüre ihre Blicke auf mir. "Das ist normal." sagt sie und ich denke sie ist fertig, doch ich merke, dass sie nur gezogen hast, als ich den Rauch an mir vorbei ziehen sehe. "Das ist am Anfang immer so, doch es wird auch besser werden." Ich schaue immernoch auf meine Füße. So offen über meine Gefühle zu reden liegt mir nicht. "Aber.. ich habe Angst. Ich habe so eine wahnsinnige Angst, dass ich nie damit aufhören werde. Das ich nicht loslassen kann und das es immer so weiter gehen wird. Es ist so tief in mir drinnen, dass ich nicht einfach damit aufhören kann. Und es soll aufhören, denn es tut weh. Jeden verdammten Tag." Sie erwiderst nichts. Erst denke ich, dass sie wahrscheinlich wieder zieht, doch nach einer kurzen Weile wird mir klar, dass sie einfach nichts zu sagen hast.
Ich kann mich nicht bewegen, ich kann nichts essen, nicht rausgehen, nicht schlafen, nicht lachen, nichts tun. Und das alles nur vor Traurigkeit. Die ganze Zeit ist ein grauer Schleiher vor meinem Gesicht, ich kann ihn nicht wegtun. Mir fehlen die Worte vor Trauer, der Klumpen aus meinem Hals verschwindet nicht. Ich könnte jeden Moment weinen wenn ich wöllte, aber ich möcht enicht, denn ich kann niemals das ganze Zeugs herausweinen und dann bin ich noch trauriger. Ich kann kein Bild auswählen so traurig bin ich, es kostet zu viel Kraft, Kraft die ich nicht habe. Alles ist schief gelaufen an diesem Wochenende, ich kann nicht mehr. Ich habe keine Kraft und alles tut weh. Ich kann nicht in die Schule gehen, ich kann nicht aufstehen. Ich schreibe am Dienstag ein wichtiges Exam, aber ich kann meine Gedanken nicht mehr beisammenhalten. Ganz ehrlich, ich habe Angst irre zu werden. Denn genauso fühlt es sich an. Ich weiß nicht wer ich bin, was ich tun soll oder wo ich hinmöchte. Alles ist schwer, ich möchte nichts außer schlafen und erst wieder aufwachen, wenn ich glücklich bin. Falls ich das irgendwann mal sein sollte.




afraid

Es tut so sehr weh, dass ich vor Schmerzen schreien möchte. Mir ist übel vor Schmerz, vor Enttäuschung. Ich habe so eine Angst, Angst vor morgen, Angst vor übermorgen, Angst vor nächster Woche. Gestern Abend war ein heftiger Abend, er hat meine ganzen Gefühle durchgewühlt und vermischt. Deine tröstende Stimme, als ich weinen musste. Als ich das Gefühl hatte, die Welt würde unter meinen Füßen zusammenbrechen. Zugegeben, dieses Gefühl habe ich immer noch, aber in diesem Moment war es okay, weil ich nur deiner Stimme zuhören konnte. Alles war so glücklich, aber gleichzeitig so traurig. Du meintest, du würdest mich lieben und wären nicht so viele Leute da gewesen hättest du mich geküsst. Ich weiß nicht was das alles heißen soll, denn heute bist du schon wieder ganz anders. War es nur der Alkohol? Wisst ihr genau deswegen habe ich Angst. Alles kommt immer ganz anders. Gerade denkst du, du hättest eine sichere Stütze aufgebaut, bricht sie am nächsten Tag wieder zusammen. Man kann sich auf nichts mehr verlassen , jeden Tag musst du fürchten dein Leben bricht zusammen wie ein Kartenhaus. Wie oft hab ich es immer wieder aufgebaut, versucht mir die Angst auszureden. Doch es passiert immer und immer wieder, mal öfter mal weniger. Ich weiß nicht wie ich die Angst kontrollieren kann, wie ich sie abstellen kann. Und irgendwann wird die vielleicht alles übernehmen und ich werde jede Nacht mit der Angst einschlafen, dass ich am nächsten Tag Angst haben werde und keine Kraft haben werde. Und genau dieser Gedanke macht mir wieder Angst. Wie komme ich hier nur raus?
Ich habe so eine Angst.

in between

Einer der schlimmsten Momente ist es, wenn du direkt neben einem stehst, ihm ganz nah bist, ihn riechen kannst und seinen Atem hören kannst, ihr aber doch so unendlich weit weg seid. Ich möchte am liebsten meine Hand auf deine legen, nur um deine Wärme und vorallem dich zu spüren. Ich merke, wie du mich anguckst, aber ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Wie ich das alles auffassen soll, was das alles zu bedeuten hat. Wir sind so nah, und doch so weit entfernt. Meine Hände zittern und mein Herz rast, dabei weiß ich nicht mal, ob ich überhaupt Gefühle für dich habe. Es ist so verkrampft, ganz anders als das letzte Mal. Es liegt an den Worten, an den Worten die du schreibst, sie aber nicht aussprichst. An den Worten, die im Internet sind und auch da bleiben sollen. Diese Worte schaffen die tiefe Spalte die zwischen uns liegt und wir stehen auf den beiden Seiten. Freundschaft und Liebe. Wenn ich nur einmal wüsste, was wir sind, was du fühlst, was ich fühle, was wir beide erwarten. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann versuchen soll diese Spalte, diese unendliche Weite zu füllen und einfach deine Hand oder dich sogar küssen soll. Am liebsten würde ich dich fragen: "Was fühlst du wirklich für mich?" Wir wissen nichts, wir laufen einfach rein ins Verderben. Ich sitze neben dir, Arm an Arm, schweigend, und ich verspühre so einen unverschämt starken Drang meine Sehnsucht zu erfüllen. Dein Körper an meinem löst Gänsehaut aus, was ist das alles? Wenn ich nur einmal in deinen Kopf gucken könnte, nur einmal sehen, was du über diese Spalte denkst. Doch solange keiner irgendetwas tut, werden wir immer auf diesen unterschiedlichen zwei Seiten sehen, sehnsüchtig über die Spalte blickend, aber sie nicht versuchen zu überqueren, in voller Angst reinzufallen.